„Inhaltliche Tiefe statt oberflächlichem Augenfutter“

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Die Tageszeitung Neues Deutschland hat für ihre Wochenendbeilage mit dem Kollegen Andreas Herzau über Photojournalismus gesprochen. Bebildert wird das Interview mit einigen unserer Protest-Bilder.

Ein kleiner Ankündigungstext zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag und über uns ist auf der Doppelseite natürlich auch zu finden:

Sie geben dem Protest ein Gesicht. Das Kollektiv »attenzione« erzählt Bildgeschichten des Widerstands. In den vergangenen Jahren erlebten die drei Fotografen mutige, kreative, skurrile Momente, trafen auf eindrucksvolle, engagierte, witzige Menschen, ihre Ideen und Aktionen. All das

findet sich in ihren Bildern wieder. Das Trio gibt damit Impulse für eine kritische Fotografie,

die sich einer vereinheitlichten Ästhetik widersetzt. Warum es solche Impulse in

der heutigen Zeit braucht, erklärt der Fotograf Andreas Herzau. Er macht Mut, auch anstrengende und verstörende Fotos zu veröffentlichen anstatt nur solche, die bloß die visuelle Oberfläche reproduzieren.

Attenzione!

Das Fotografentrio »attenzione« schreibt mit seinen Bildern Protestgeschichte. Roland Geisheimer, Mark Mühlhaus und Janko Woltersmann arbeiten seit Gründung ihres Kollektivs 2002 am großen Thema »Protest«. Sie haben dazu Demonstrationen, Bürgerinitiativen und soziale Bewegungen fotografisch begleitet. Entstanden sind Bilder, die übliche Stereotype brechen, weil sie keinem direkten journalistischen Verwertungszweck folgen müssen. So gelingt es ihnen, verblüffende Perspektiven auf das Thema zu geben.

Als Betrachter erhält man eine genaue Vorstellung über unterschiedlichste Protestformen. Konfrontation und harte Auseinandersetzungen sind in derselben Weise festgehalten wie fantasievolle Aktionen und skurrile Momente. Mal befin- den sich die Fotografen im Zentrum des Geschehens, mal richten sie den Blick bewusst zur Seite und sammeln das Beiläufige ein. So geben sie in ihrer ausgearbeiteten Fotoserie dem Protest und seinen Akteuren ein Gesicht: Es sind keine Chaoten, keine Randalierer, als die jene, die zivilen Ungehorsam üben, nur zu gerne diffamiert werden. Es sind coura- gierte Frauen und Männer, Junge und Alte, die zu Hunderten oder Tausenden auf die Straße gehen und dort für ihre Überzeugungen einstehen.

Die »attenzione photographers« präsentieren ihr Werk ab Donnerstag in der Hamburger Freelens Galerie. »Protest« ist ihr erstes gemeinsames Ausstel- lungsprojekt. Zur Ausstellung erscheint eine großformatige Zeitung mit zahlreichen Fotos, von denen »neues deutschland« eine Auswahl vorstellt.

Ausstellung »Protest«: 13. Februar bis 20. März 2014, Freelens Galerie, Steinhöft 5, Hamburg. Geöffnet Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr.

 

 

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Das Interview findet ihr auf der ND-Seite.