In Dortmund wird auf Nazidemo für die Hitlerjugend geworben

Neonazidemo am Todestag von Punker

In der Dortmunder Innenstadt versammelten sich gestern rund 700 – 800 Neonazis zu einer Demonstration. Genau vor 10 Jahren wurde in Dortmund der Punker Thomas Schulz, der von seinen Freunden „Schmuddel“ genannt wurde, von einem stadtbekannten Neonazi erstochen. Der Neonazi wurde vorzeitig aus der Haft entlassen und begann kurze Zeit später weitere Gewalttaten.

Auf der Demonstration, die nahe dem BVB-Stadion endete, warb ein Neonazi mit der Parole „Blut und Ehre“ für die Hitler Jugend. Das Verwenden von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisationen, wie der Leitspruch der Hitler-Jugend, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. Normalerweise darf man sich mit solch einer Tätowierung nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Wie das in Dortmund unter den Augen hunderter Beamter möglich war, bleibt ein Rätsel. Auch ist es rätselhaft, warum der Neonazi, nach dem er die Parole überklebt hatte, nicht von der Versammlung ausgeschlossen wurde. Mit dem Pflaster im Gesicht konnte er an dem der Demonstration folgenden Rechtsrockkonzert teilnehmen.

Neonazidemo am Todestag von Punker

„Blut und Ehre“ der Leitspruch der Hitlerjugend gut sichtbar auf der Wange des Neonazis.

Neonazidemo am Todestag von Punker

Am Abend versammeln sich etliche Freunde von „Schmuddel“ und Antifaschisten an der U-Bahn-Station und gedenken dem von einem Neonazi erstochenen Dortmunder.