Fackelmarsch gegen Flüchtlinge und Gewalt gegen Journalisten

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Das beschauliche Schneeberg im Erzgebirge wurde bereits zum dritten Mal Ort einer nur schwer erträglichen Demonstration. Rund 1200 Neonazis und Bürger demonstrierten Seite an Seite und teilweise mit Fackeln ausgestattet gegen eine Flüchtlingsunterkunft. Angeführt wird diese rassistische Initiative von dem örtlichen NPD-Vorsitzenden. Traten die Demonstranten bei den vergangenen Aufmärschen gegenüber der Presse eher moderat auf, so wandte sich das Blatt diesmal. Schon in den Reden beim Auftakt wurde die Presse als Volksverhetzer beschimpft – die Bürger und Nazis jubelten. Später zeigte der Mob seine wirkliche, seine hässliche Fratze. Von Anfang an wurden Journalisten angepöbelt und attackiert. Die Polizei begleitete mit knapp einem Dutzend Beamten die Spitze und das Ende der Demo. Die restlichen Hundertschaften hatte man bei den Gegendemonstranten postiert. Ein sächsischer Beamter, angesprochen auf die Bedrohungen und Tätlichkeiten, erklärte den Journalisten, dass sie hier nicht hinkommen dürften, wenn sie sich bedroht fühlten. Als man ihm erklärte, dass auch er auf den Artikel 5 des Grundgesetzes vereidigt sei und auch diesen schützen müsse, fragte dieser Beamte nach, was denn in dem besagtem Artikel stünde.
Keine 10 Minuten später musste ein Rettungswagen gerufen werden. Ein Fotokollege wurde am Rande des Aufmarsches von dem Mob angegriffen und im Gesicht schwer verletzt. Seine Ausrüstung wurde zerstört. Auch ein Kamerateam einer Rundfunkanstalt soll aus den Reihen der Demo angegriffen worden sein.
Polizisten, die das hätten verhindern können, hatte die Einsatzleitung in der gesamten Stadt bei den Gegendemonstranten postiert, nicht aber am rechten Aufmarsch.

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